Noch vor dem Release von GTA 6 sorgt das Spiel ausgerechnet in seinem realen Vorbild Miami für Diskussionen. In Miami-Dade County gibt es Widerstand gegen eine mögliche Zusammenarbeit mit Rockstar Games, durch die Teile der Region zum Launch von GTA 6 im Vice-City-Stil beworben werden könnten.
Besonders deutlich äußern sich Sheriff Rosie Cordero-Stutz und County Commissioner Juan Carlos Bermudez. Beide sprechen sich gegen den Einsatz öffentlicher Einrichtungen und Ressourcen für eine GTA-6-Werbekampagne aus.
Miami International Airport könnte zum „Vice City Airport“ werden
Hintergrund sind Gespräche über mögliche Marketingaktionen rund um den Start von GTA 6. Ein Sprecher des Bürgermeisterbüros bestätigte, dass Gespräche mit Rockstar Games über mögliche Aktionen stattgefunden haben. Eine Vereinbarung sei allerdings bislang weder abgeschlossen noch offiziell genehmigt worden.
Eine der auffälligsten Ideen: Der Miami International Airport könnte vorübergehend im Stil von Vice City vermarktet und möglicherweise sogar als „Vice City Airport“ bezeichnet werden. Auch GTA- beziehungsweise Vice-City-Branding an anderen öffentlichen Orten wurde diskutiert.
Für Rockstar wäre eine solche Aktion besonders passend. GTA 6 spielt im fiktiven US-Bundesstaat Leonida und führt die Spieler zurück nach Vice City, das stark von Miami und Florida inspiriert ist.
Sheriff kritisiert GTA 6 wegen Kriminalität und Gewalt
Sheriff Rosie Cordero-Stutz sieht eine solche Zusammenarbeit allerdings kritisch. Sie verweist darauf, dass die GTA-Reihe stark von Themen wie Raubüberfällen, Autodiebstählen, Drogenhandel und Gewalt gegen Polizisten geprägt ist.
Aus ihrer Sicht müsse deshalb hinterfragt werden, welches Signal eine öffentliche Verwaltung aussendet, wenn sie gleichzeitig eine fiktive Welt bewirbt, in der genau jene Straftaten eine zentrale Rolle spielen, die Polizei und Behörden im echten Leben bekämpfen.
Auch Commissioner Juan Carlos Bermudez lehnt die Idee ab. Miami-Dade habe über Jahrzehnte seinen Ruf als internationales Ziel für Tourismus, Wirtschaft und Investitionen aufgebaut. Statt einer von Kriminalität geprägten fiktiven Version der Region solle man seiner Ansicht nach das echte Miami-Dade bewerben.
„Miami-Dade County ist nicht Vice City“
Die gemeinsame Mitteilung der beiden endet mit einer besonders deutlichen Botschaft: „Miami-Dade County is not Vice City.“
Damit entwickelt sich eine eigentlich als riesige Marketingchance gedachte Idee plötzlich zu einer politischen Diskussion. Für Miami-Dade könnte eine Zusammenarbeit mit einem der größten Spiele-Releases des Jahres enorme weltweite Aufmerksamkeit bedeuten. Das Bürgermeisterbüro sieht darin unter anderem die Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen für den County zu generieren und Miami einem riesigen Publikum zu präsentieren.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob öffentliche Einrichtungen wie ein internationaler Flughafen tatsächlich zur Werbefläche für ein Spiel werden sollten, dessen Satire stark auf Kriminalität und Gewalt setzt.
GTA 6 könnte Miami in die echte Vice City verwandeln
Noch ist wichtig: Die große Vice-City-Kampagne ist nicht beschlossen. Gespräche mit Rockstar haben stattgefunden, doch nach aktuellem Stand existiert keine offiziell genehmigte Partnerschaft.
Gerade deshalb dürfte der öffentliche Widerstand interessant werden. Sollte die Kampagne tatsächlich umgesetzt werden, könnten Fans rund um den GTA-6-Release einige reale Orte in Miami zumindest zeitweise im Vice-City-Look erleben.
Was meint ihr: Wäre eine echte „Vice City“-Übernahme von Miami geniales GTA-6-Marketing oder geht das bei öffentlichen Einrichtungen zu weit?











